OpenID – Generalschlüssel fürs Web

Welcher Internetuser trägt nicht einen kiloschweren Schlüsselbund mit sich herum, wenn er das Web durchpflügt. Im übertragenen Sinn natürlich. In Form von Aberdutzenden von Zugangsdaten, Benutzernamen und Passwörtern. Natürlich alle verschieden. Man will ja schließlich nicht irgendeinem Forenbetreiber seinen PayPal-Schlüssel einfach so überlassen. Zudem gibt es fast keine Webanwendung mehr, die keinen persönlichen Account für deren Benutzung voraussetzt.

Und natürlich lässt sich das alles nicht im Kopf behalten, zumindest nicht dauerhaft. So wird der “Passwort vergessen?”-Link zum treuen Freund und man hat sich irgendwie daran gewöhnt, regelmäßig Sicherheitsfragen wie “Wie heißt Ihr Haustier?” oder “Wie lautet der Mädchenname Ihrer Mutter?” zu beantworten, um sein Kennwort zu resetten.

OpenID will dem Irrsinn Abhilfe schaffen. Viele Webservices, ein Schlüssel. Wie das technisch funktioniert, wird zum Beispiel hier recht nett beschrieben. Nun könnte man entgegnen, dass das eine weitere nette Web-2.0-Spielerei wäre, die letztendlich keine breite Benutzerbasis finden wird. Denn fast zwangsläufig kommt ein ganzer Rattenschwanz an Sicherheits- und anderen Bedenken daher. Andere meinen jedoch, dass Identität (neben Semantik) DAS nächste große Thema sein wird. Also im Web 3.0 quasi. Und da auch in jüngster Vergangenheit Microsoft und AOL den OpenID-Zug weiter ins Rollen gebracht haben, ist Gespanntsein wohl erlaubt. Also. Auch wenn es noch 2-3 Jahre dauern mag, bis der Generalschlüssel für die allermeisten Türen im Web passt, Sie können ja schon mal vorreiten. Hier noch ein bisschen mehr Lesestoff.

 
Kommentar verfassen